Hallo, ich bin Bino die Wildbiene!

Ich erkläre euch hier einmal worum es in unserem Bienenschutzprogramm geht.

Wenn die Obstbäume blühen, dann kannst du darin ein vielstimmiges Summen und Brummen hören. Bienen und Hummeln sind auf der Suche nach Nahrung und bestäuben dabei die Blüten. Das ist wichtig, denn nur aus bestäubten Blüten werden später auch Früchte.

Manch eine, die da summt, ist eine Wildbiene also eine enge Verwandte von mir. Wir Wildbienen leben nicht im Bienenstock, sondern bauen uns unter anderem Nisthöhlen in morschem Holz, alten Mauern oder sandigen Hängen.

Manche meiner Verwandten sind bei uns selten geworden. Das liegt unter anderem daran, dass unsere natürlichen Lebensräume zerstört werden. So wird nicht nur unsere Nahrung knapp, sondern wir finden auch immer weniger geeignete Nistplätze. Einigen Arten jedoch könntest du helfen: Mit dem Bau geeigneter Nisthilfen und reichlich Bienenweiden.

Viele meiner Verwandten und ich suchen uns zum Nisten kleine Hohlräume, in die wir mehrere Nistkammern hintereinander bauen.


Das machen wir so: Zuerst legen wir in der Nistkammer einen Proviant für den Nachwuchs an (z.B. Pollen und Nektar) und legen dann ein winziges Bienen-Ei dazu. Dann verschließen wir die kleine Höhle mit etwas Sand, Lehm, Pflanzenteilen oder auch winzigen Holzstückchen.

Nun kommt die nächste Nistkammer, die einfach vor den Deckel gebaut wird. Wieder fülle ich oder einer meiner Verwandten die Kammer mit Pollen, wir legen ein Ei hinein und schließen die Kammer zu. Das machen wir so lange, bis der schmale Hohlraum mit mehreren Nistkammern gefüllt ist. Zum Schluss kommt ein fester Deckel auf die Niströhre, der die Eier vor räuberischen Insekten und Vögeln schützt.

Wenn die Larven, also unsere Kinder aus den Eiern schlüpfen, ernähren sie sich von dem Vorrat in ihrer Nistkammer. Wenn sie ausgewachsen sind, verpuppen sie sich und schlüpfen erst nach Wochen oder Monaten. Viele unserer Kinder überdauern als Puppe den Winter in der Niströhre und schlüpfen erst im nächsten Frühjahr.

So könntest du mir helfen!

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    Das brauchst du

    Baumscheiben aus abgelagertem Eichen- oder Buchenholz, gebündelte Schilf- oder Bambushalme, Bohrer oder viel Lehm. Eine Nisthilfe für Wildbienen braucht einen sonnigen, regengeschützten Platz. Wenn du den gefunden hast, kannst du loslegen.

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    Das machst du

    Baumscheiben bekommst du beim Schreiner oder Landschaftsgärtner. Bohre verschieden dicke Löcher in die Baumscheibe. Vielleicht lässt du dir dabei von einem Erwachsenen helfen. Aber aufgepasst, nicht ganz durchbohren. Jetzt musst du die Eingänge der Löcher mit Schmirgelpapier glatt schmirgeln. Hänge die Baumscheiben anschließend so auf, dass sie nicht hin und her baumeln.

    Bambushalme eignen sich auch als Nisthilfe, denn sie sind innen hohl. Schneide die Halme in 20 bis 30 cm lange Stücke. Achte dabei darauf, dass du genau hinter den festen Knoten abschneidest, an denen die Halme verdickt sind. Dann hat deine Nisthilfe einen natürlichen Abschluss. Wähle unterschiedlich dicke Halme aus und kratze - wenn nötig - das Innere frei. Nun schnüre die Halme zu einem festen Bündel zusammen und hänge oder lege sie dann an den vorgesehenen Platz. Gut geht es auch wenn du eine Blechdose nimmst wo deine Lieblingsmöhren drin waren und steckst die Bambus- oder Schilfhalme in diese Dose.

    In Steilwänden und Abbruchkanten aus Lehm nisten meine Verwandten gerne. Sie graben ihre Nestgänge selber, besiedeln also keine Nisthilfen in Form von angebohrten Holzscheiben oder Schilfstängeln. An solchen Steilwänden können ca. 15 verschiedene Wildbienen und Solitärwespen, also alles Verwandte, beobachtet werden. Pelzbienen, Seidenbienen, Furchenbienen, Maskenbienen und Schonsteinwespen sind die häufigsten Besiedler von Steilwänden. Auch alte, mit Kalkmörtel gemauert Hauswände sowie verlassene Lehm- oder Sandgruben werden von uns Spezialisten besiedelt. Doch auch diese Ersatznistplätze sind selten geworden.

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    Möchtet ihr noch mehr über uns erfahren könnt ihr dies nachlesen unter:

Binometer

Zur Zeit wohnen 2093 Bienen bei mir...

Pate werden

Um ein Wildbienenpate in unserem Verein zu werden musst du mit uns in Kontakt treten.

Schreib uns einfach unter: post@arche-menden.de
oder ruf an unter Tel.0 23 73 / 9 17 04 92

Die Patenschaft kostet 29.95 € im Jahr und enthält ein Nistblock als Starterpaket für die Wildbienen. Damit unterstützt du die Arbeit zum Wildbienenschutz.

Einmal im Jahr findet dann ein Wildbienenfest statt, wobei aus allen Nistblöcken die Larven entnommen werden und die Nistblöcke gereinigt werden.

Natürlich alles mit viel Informationen verbunden.

Häufig von Menschen gestellte Fragen

Vielleicht beantwortet dies schon einige deiner Fragen...

Wer wohnt im Wildbienenhotel?

Die häufigsten Besiedler von Wildbienenhotels sind wir Wildbienen und unsere Verwandtschaft die Wespen. Wir solitär (also einzeln) lebenden Arten bilden keine Staaten. Wir Frauen legen alleine ein Nest an, in dem wir selber Nahrung einbringen. Aus diesem Nest schlüpfen dann im Normalfall im kommenden Jahr unsere Nachkommen aus.

Sind die solitär lebenden Wildbienen und Wespen gefährlich?

Theoretisch können wir, die Weibchen vieler Bienen- und Wespenarten stechen. Allerdings ist der Stachel fast aller Arten so weich, dass er nicht einmal die menschliche Haut durchdringen kann.

Was fressen die Bewohner des Wildbienenhotels?

Wir Wildbienen leben als fertige Insekten meist von Blütennektar. Für unsere Larven tragen wir ein Gemisch aus Pollen und Nektar ein. Unsere Verwandten die solitären Wespen hingegen gehen auf die Jagd, um ihre Nachkommen zu versorgen. Sie tragen Insekten (vor allem Raupen oder Blattläuse) oder Spinnen ein.

Wird ein Insektenhotel schnell bezogen?

Wenn die Wildbienenhotels ausgesprochen attraktiv sind, so ziehen wir unter Umständen sehr schnell ein.

Wo sollten Wildbienenhotels stehen?

Die Wildbienenhotels sollten in Süd-Ost-Richtung aufgebaut sein. Spritzwasser tut uns auch nicht gut.

Wie sehen Wildbienennester von innen aus?

In den Stängeln, Bohrlöchern oder Steilwänden legen wir Wildbienen ganz unterschiedliche Nester an. Das erste unten stehende Bild zeigt zwei geöffnete Pappstängel, in der ich, die rote Mauerbiene niste. Ich habe rechts am Stängel den Bau mit einem kleinen Lehmpfropfen begonnen. Daran anschließend habe ich die erste Zelle mit Pollen und Nektar gefüllt und ein Ei gelegt. Dann habe ich eine Zwischenwand gebaut, welche die Zelle zur nächsten Brutzelle abtrennt. Nach je sieben Brutzellen habe ich den fertigen Stängel von außen mit Lehm verschlossen. Auf dem Bild erkennt ihr die Larven unterschiedlicher Größe auf ihrem Pollen-Nektarvorrat.

Bildquelle: www.bienenhotel.de

Bildquelle: www.bienenhotel.de

Das rechte Bild zeigt ein Nest meiner Freundin der Blattschneiderbiene. Fünf Brutzellen hat sie angelegt. Am hinteren Ende (rechts) hat sie anfangs aus kreisrunden Blattstücken einen Nestverschluss gebaut. Dann kommt eine leer gelassene Zelle, anschließend kommen fünf Brutzellen, die aus ovalen Blattstückchen gebaut wurden. Zum Schluss folgt wieder eine Leerzelle und ein Nestabschluss aus runden Blattstücken (links). In die Brutzellen aus Blattstücken wird wie bei anderen Bienen ein Pollen- und Nektarvorrat eingetragen und pro Zelle ein Ei gelegt. Die schlüpfenden Larven fressen den Nahrungsvorrat auf, spinnen sich einen Kokon innerhalb der Zellen aus Blattstücken und verpuppen sich hierin. Sie verbringen den Herbst und Winter als Larven, verpuppen sich und schlüpfen im Frühjahr.

Wie lange leben die fertigen Wildbienen und Wespen, die die Nisthilfen besiedeln?

Wir Wildbienen leben als fertige Bienen nur eine recht kurze Zeit, meist nur etwa vier Wochen. In dieser Zeit legen wir unsere Nester an. Mit der Zeit sieht man uns unser Alter an. Die Behaarung wird dünner und blasser, die Flügelränder fransen aus. Wir werden deutlich langsamer und fliegen viel weniger aus als in den ersten Tagen. Irgendwann sterben wir dann unterwegs oder im Niströhrchen.

Die Lebensdauer der einzelnen Arten schwankt dabei beträchtlich. Ich die rote Mauerbiene fliegt ca. vier Wochen, die große Holzbiene hingegen fliegt fast die ganze Saison lang, also mehrere Monate.

Legen Wildbienen in den Nisthilfen nur ihre Eier ab oder werden die von denen dann auch bewohnt?

Wir Wildbienen und Wespen füllen die Nisthilfen mit Nahrungsvorräten und legen dann unsere Eier darin ab. Wir selbst halten uns über Nacht auch darin auf.

Überstehen die Bienen in den Nisthilfen den Frost?

Frost ist für uns kein Problem. Milde Winter sind sogar eher gefährlicher als kalte, da verbrauchen wir mehr Energie durch höheren Stoffwechsel und sind eher gefährdet, durch Feuchtigkeit und höhere Temperaturen an Schimmel zu erkranken.

Wann genau schlüpfen die Mauerbienen eigentlich und woran sehe ich, dass die Bienen geschlüpft sind?

Wir haben unterschiedliche Flugzeiten. Ich die rote Mauerbiene z.B. ist ein typischer Frühjahrsflieger, wir schlüpfen etwa ab April.

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